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Reisebericht der Angelfreunde "Freitag" in die Boddenregion um Rügen
Zeitraum: Oktober 2001 bis November 2004
 
Wir, die Angelfreunde "Freitag" bestehen aus fünf begeisterten Raubfischanglern aus dem schönen Saarland, Udo, Dirk, Heiko, Hans-Gerd und der Verfasser dieses Berichtes Mischa.

Seit vielen Jahren bereisen wir die besten Raubfischgewässer in Europa - immer auf der Suche nach unserem Zielfisch:"Esox lucius".

Durch einen Bericht von Mathias in der Zeitschrift:"Der Raubfisch", wurden wir auf die Bodden um Rügen aufmerksam - und mit unseren ersten Angeltour im Oktober 2001, begann für uns eine große Liebe und Leidenschaft für diese Region und ihre Menschen.

Mit Mathias war der Angelurlaub im Oktober 2001 schnell gebucht. Eine ausführliche Wegbeschreibung zu unserer Unterkunft auf den Bauernhof von Andreas in Neuholstein folgte mit dem Hinweis:"Vorsicht, bissiger Hund".

Mit Brixi, einem Monster von Schäferhund (leider mittlerweile verstorben), schlossen wir bei Ankunft schnell Kontakt - mit ein Paar Würstchen kamen wir uns schnell näher.


 
Nachdem wir unsere komfortablen Bungalows bezogen hatten, lernten wir abends unsere Guids Mathias und Ralf kennen. Schnell waren fischereiliche Kenntnisse und Erfahrungen gegenseitig ausgetauscht und mit ein Paar Dosen (30 - 40) Karlsberg Urpils untermauert.

Am nächsten Morgen ging es dann endlich los auf die Nordwest Rügener Bodden. Unser Equipment war gut sortiert, nun mußten nur noch die Hechte in Beislaune sein.

  Bei angenehmer Wetterlage hatten wir anfangs mit der Führung unserer Shads einige Probleme.

Mathias und Ralf fingen - wir leider nichts. Doch mit zunehmender Ausdauer und Verfeinerung unserer Technik, kamen auch bei uns die ersten Bisse und wir landeten unsere ersten Hechte.

In unseren Köpfen spukten natürlich die Metrigen herum - und endlich am dritten Tag war es soweit. Udo landete nach schönem Drill einen 103 cm Hecht - welch ein Glücksgefühl.

Der Fang wurde nach echt saarländischer Art am Abend gebührend begossen und prompt fing Udo am nächsten Tag eine stattliche Hechtdame von 109 cm und 18 Pfd..
 
Insgesamt konnten wir bei unserer ersten Angeltour nach Rügen rundum zufrieden sein. Zwei Metrige und viele Durchschnittshechte gingen uns an den Haken.
 
Dass alle gefangenen Fische zurück in ihr Element kamen, ist für uns eine Selbverständlichkeit. Sechs wundervolle Angeltage waren vorüber - doch es sollten nicht die Letzten gewesen sein.

Wieder zu Hause angekommen, gab es für uns nur ein Thema:"Wann geht`s wieder nach Rügen". Im Angelladen bei Hans-Gerd, unserem regelmäßigen Freitagstreff, war dann die nächste Tour schnell beschlossen.

Nach Aussage von Mathias wäre Ende Februar eine heiße Zeit um Großhechte zu fangen - kurzum, im Februar 2002 trafen sich die Angelfreunde für vier Tage wieder.

 
 
  Wir befischten wieder die Nordwest Rügener Bodden (Schaproder Bodden, Wieker Bodden, Breezer Bodden, Breeger Bodden und Rassower Strom).

Mit den Erfahrungen der ersten Tour gut gerüstet, ließen die Hechte diesmal nicht lange auf sich warten.

Neuling Dirk zeigte es allen - die ersten drei Auswürfe brachten gleich einen Hecht von 100 cm. Ein strahlendes Gesicht mit Fisch wurde in einem schönen Bild für die Nachwelt festgehalten.

In den nächsten Tagen zeigte sich Petrus von seiner besten Seite. Mathias nahm die Herausforderung sofort an und landete eine beeindruckende Hechtdame von 114 cm - einfach Klasse.
 
Udo wollte natürlich nicht nachstehen, 108 und 109 cm waren bei ihm angesagt. Auch der Verfasser dieses Berichtes, Mischa, freute sich auf seinen ersten Metrigen von 104 cm.

Den Schlußpunkt dieser Angeltour setzte Dirk mit einem tollen 112 cm Hecht.

Neben etlichen Durchschnittshechten wurden diesmal auch einige 40ziger Barsche gefangen. Drei überglückliche Angler traten schweren Herzens die Heimreise an.

 
Das Hechtfieber griff nach unseren Berichten und Bilddokumenten jetzt auf alle Angelfreunde "Freitag" über. Der nächste Großangriff wurde im Oktober 2002 für zehn Tage geplant.

Udo, Heiko, Dirk und Mischa machten sich am 03. Oktober 2002 auf den Weg nach Rügen. Während der 10stündigen Fahrt gab es - sie können es bestimmt erraten - nur ein Thema: "Hechte". Verbal wurden die letzten Angeleindrücke wieder durchgespielt und jeder hoffte für sich, kommt diesmal der 120ziger?

Nach Ankunft in unserer "Zweiten Heimat" auf Andreas Bauernhof, wurden wir wie üblich nicht nur von Brixi herzlich begrüßt. Im Gepäck hatten wir diesmal nicht nur unsere flüssige Nahrung, sondern führten den nun auch in Rügen bekannten saarländischen Schwenkbraten als kulinarische Spezialität zur Freude aller in Rügen ein.

Mathias eröffnete das Hechtfischen mit einem Pink-Panther-Shad, sah für unseren Geschmack grauenhaft aus, war aber überaus erfolgreich. Vier Würfe brachten vier Hechte - nicht die Kapitalen - aber immerhin.
 
Nach dem fünften Auswurf wurde die weiche Gummimischung zerfetzt - Gott sei Dank! Viele kleinere Hechte konnten wir in den letzten Tage verbuchen, aber wo waren die ersehnten Großen?

Ein längerer Drill kommentierte Mathias mit den Worten: "Da biegt sich die 80 Gramm-Rute", eine Aussage, die uns in allen nachfolgenden Angeltouren begleiten sollte, erbrachte immerhin einen strammen 90ziger. Das Wetter verschlechterte sich zunehmend - Regen und Wind gaben nun den Ton an.

Auch unserer Angelmaterial, Bekleigung und vor allem unsere Stationärrollen kamen an ihre Grenzen. Tipp an alle Boddenangler: Lieber in Sachen Kleidung und Angelequipment ein Paar Euro mehr investieren - es lohnt sich.

Auch bei diesen schlechten Wetterbedingungen wurde weitergefischt - denn, Ausdauer und Beharrlichkeit zahlen sich gerade in den Bodden aus.

Bei Dirk bog sich dann auch die 80 Gramm-Rute. Die gesamte Mannschaft begleitete aufmerksam den heftigen Drill. Eine Hechtlady von 107 cm präsentierte sich den Angelfreunden und das am letzten Tag von Dirk und Heiko.

Udo und Mischa hatten noch drei Kampftage vor sich. Bei gleichbleibendem stürmischem Wetter war jeder der folgenden Tage eine Tortur.

Mit einer dick geschwollenen Hand versuchte Mischa das Letzte aus sich heraus zu holen.

Seine Ausdauer wurde schließlich mit einem 106 cm Hecht belohnt. Mit starken Schmerzen gab er schließlich auf - es ging einfach nicht mehr.

Zehn Tage Marathonfischen und das bei diesen Bedingungen hatten bei Udo und Mischa ihre Spuren hinterlassen.

Insgesamt wurde viele Hechte und auch einige dicke Barsche, der Größte von 49 cm, gefangen.

Wieder zu Hause angekommen mußte sich Mischa einer Operation im Krankenhaus unterziehen - doch das hinderte ihn und die Angelfreunde nicht -die nächste Tour sollte nicht lange auf sich warten lassen.


 
Im Mai 2003 steuerten Udo und Mischa eine neue Boddenregion an, zu Jörg ging es an den Kubitzer Bodden. Das Anwesen und besonders die Unterkunft von Jörg sind sehr ansprechend und direkt am Bodden gelegen.
Hier können sich auch Nichtangler wohlfühlen, denn Rügen hat viele Sehenswürdigkeiten zu bieten, wie z.B. Kap Arkona, die Kreidefelsen, den Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft u.v.m..

Die Geschichte dieses Angeltrips ist schnell erzählt. Bei Temperaturen um die 20 Grad war bzgl. Fischen nicht viel zu erwarten - und so kam es dann auch. Viel Kampf und Krampf erbrachten einige kleinere Hechte aber auch für manchen von uns einige Schneidertage.

Die Aussage von Mathias zu Mischa :"Lieber einen ehrenvollen Nassen, als einen kleinen Hecht", sollte sich im Verlauf dieser Tour für ihn noch bitterböse rächen.

Am letzten Angeltag befischten wir die Rinne (genauer gesagt - in der Rinne) und prompt hatte Mathias einen heftigen Biß. Der Anschlag kam - aber auch in der Ferne ein Schiff. Hektisch wurde der Fisch ans Boot gedrillt.

Udo versuchte die Hechtdame von ca. 115 cm zu Keschern - doch dieser verabschiedete sich mit einem heftigen Schlag aus dem Kescher in kühle Naß. "Beschissener Keschern kann man nicht", fluchte Mathias. Doch wer hatte wirklich Schuld? Hochmut kommt eben vor dem Fall, so lautet ein Sprichwort oder "Wer die Kleinen nicht ehrt, ist der Großen nicht wert" - Take it easy Mathias.
 
Auf dem Boden der Tatsachen wieder angekommen - denn Fischen in den Bodden geht nicht immer wie am Schnürchen, jeder Fisch muß erkämpft werden, terminierten wir unsere nächste Tour für vier Tage im Oktober 2003.

Boddenneuling Hans-Gerd versuchte diesmal sein Glück und dieses stellte sich am zweiten Tag ein. Nach schönem Drill landete er eine stramme Hechtoma von 115 cm und 26 Pfd..

Der Fisch verhakte sich vorab im Ankerseil und mit viel Unterstützung der Crew kam er wieder frei. Ja - "Hans im Glück" ! Doch dies sollte nicht der letzte Dicke gewesen sein.

"Unser Experte für die Handlandung" - namens Udo, wollte dies nicht auf sich sitzen lassen. Und so hatte auch er nachfolgend noch seine Sternstunde bei einem kapitalen Hecht von 116 cm und 26 Pfd..
So endete auch dieser Angelausflug mit glücklichen Angelfreunden und der Abschied fiel uns wie immer sehr schwer - Tschüß, bis zum nächsten Mal!
 








Sie können es bestimmt erraten, das nächste Mal kam schneller als erwartet. Diesmal fuhren wir über Fasching im Februar 2004 - Zielgebiet: wieder die Nordwestrügener Bodden. An dieser Stelle sei unserer Weiblichkeit für die uns entgegengebrachte Toleranz ausdrücklich gedankt !!!

Wenn wir eine Überschrift für diese Angeltour setzen, dann diese:"Die mit den Metrigen tanzen". Warum? - lesen sie entspannt weiter.

Auch bei diesem Trip hatten Udo und Mischa ein Boddengreenhorn dabei. Aber Thomas setzte uns gleich die Hörner auf.

Am ersten Angeltag purzelten bei ihm alle bisherigen Rekorde. Zuerst verbiß sich eine Hechtdame von 102 cm an seinem Shad - dann die Krönung. Auswurf - Anschlag - Drill, was dann zum Vorschein kam übertraf alle unsere vorherigen Erwartungen.

Ein Monsterhecht von 122 cm und 28 Pfd. stemmte Thomas schweißgebadet für die Fotogallerie ins Boot. Auch Mathias fing kurze Zeit später einen schönen 110cm Hecht. Was soll jetzt noch kommen? Abwarten und weiterfischen lautet die Devise.

Dann legte Mischa nach und ein Hecht von 103 cm und eine Granate von 119 und 27 Pfd. wurden als Foto abgelichtet.

Das Abenteuer:"Die mit den Metrigen tanzen" ging unvermindert weiter. Gegen Abend überlistete Mischa noch eine stattliche Hechtdame von 111 cm -was für ein Tag!

Bei saarländischem Schwenkbraten, Bier und dem obligatorischen Whisky, wurde der Abend gebührend und ausgiebig gefeiert.

Auch die kommenden Tage werden uns ewig in Erinnerung bleiben. Am nächsten Tag standen die Metrigen wiederholt bei uns Schlange.

Mathias eröffnete mit einem 100cm Hecht - Udo ließ sich nicht Bitten und eine 103 cm und 109 cm Hechtdame wurden gelandet.

Mischas Glückssträhne hielt - 109 cm und eine Hechtoma von 123 cm bei 29,5 Pfd. brachten seinen Adrenalinspiegel zum Kochen.

Eine Steigerung war nach Meinung aller sicherlich nicht mehr möglich - doch weit gefehlt. Der letzte Tag brach alle Rekorde.

Gleich morgens erwischte Mischa einen 103 cm Hecht. das fing ja schon gut an. Kurz danach zappelte eine ebenfalls 103 cm Hechtdame an Udo`s Rute.

Anschließend folgte bei ihn ein 109ner und die magische Zahl von 120 cm schienen endlich geknackt. Die Messung ergab ein Monster von 119 cm bei 26,5 Pfd. - Herzlichen Glückwunsch.

Der fischereiliche Abschluß war dann Mischa vorbehalten. Bei einem Giganten von 125 cm bei 32 Pfd. waren nun bei ihm alle Dämme gebrochen - und dann der letzte Metrige von 110 cm - Wahnsinn - einfach Klasse - auch so kann das Hechtfischen in Rügen sein.

Glücksgefühle pur. Die etlichen 80ziger und 90ziger sollen an dieser Stelle ebenfalls erwähnt werden. Alle Hechte wurden natürlich wieder schonend zurück gesetzt.

Jetzt nur nicht ausflippen oder Größenwahnsinnig werden, der Bodden schreibt seine eigenen Gesetze - einmal Hopp und einmal Flop, wobei sich Beharrlichkeit, Ausdauer und Zielstrebigkeit sicherlich irgendwann positiv auszahlen.
 
Die Gedanken noch nicht ganz geordnet und das Erlebte immer noch nicht restlich verarbeitet, trafen sich die Angelfreunde letztlich im November 2004 bei Jörg am Kubitzer Bodden wieder.

Vier hoffentlich erfolgreiche Angeltage waren eingeplant - doch diesmal kam alles ganz anders. Ungünstige Wetterverhältnisse und Wasserströmungen machten das Fischen nicht gerade einfach und ließen die Großen auf sich warten.

Trotzdem konnten einige 90ziger und Durchschnittshechte gefangen werden. Am dritten Tag machten wir einen Abstecher vor die Insel Hiddensee zum Dorschangeln.

Schöne drei bis fünf Kilo-Dorsche erheiterten die Mienen, denn die kämpferische Energie dieser Fische zollte ihnen unsren Respekt. Unter dem Motto:"Vom Orkan verweht" fielen dann die letzen Tage dem Wind und den Wellen zum Opfer.

Ein Fischen war bei Windgeschwindigkeiten bis zu 150 kmh nicht mehr möglich und so beschlossen wir verfrüht die Heimreise anzutreten.

Wir, die Angelfreunde "Freitag", bedanken uns auf diesem Wege bei unseren Freunden aus dem Norden, namentlich bei Ralf, Jörg und ganz besonders bei Mathias für die vielen schönen und unvergeßlichen Stunden, sei es auf dem Wasser oder in unserer Unterkunft beim Smalltalken oder feiern.

Eines ist sicher - wir werden uns, so Gott will, noch viele Male zum Hechtfischen in den Bodden wiedersehen - großes Ehrenwort!

Tschüß bis zum nächsten Mal - bereits im Februar 2005

Viele Grüße von Udo, Dirk, Heiko, Hans-Gerd und Mischa




 
 
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